Choyong A8W



"Dem Internet gehört die Zukunft", sagt man. Mittlerweile ist es aber eher so, dass das Internet auch in der Gegenwart omnipräsent ist. Choyong hat ein Radio entwickelt, das nicht nur für Einsteiger interessant ist. Klein ist er, der A8W, wiegt einschließlich Akku nur 190 Gramm und passt in jede Westentasche. Überraschend ist auch der Preis von ca. 40,00 Dollar - direkt bei Choyong. Bei Amazon ist er geringfügig teurer. Etwas schade ist, dass man den Akku nicht einfach kann. Eine Anleitung, wie es trotzdem möglich ist, die Batterie zu tauschen, gibt es hier:
https://www.youtube.com/watch?v=k7ZL97s2j-g

Ansonsten erfüllt der A8W aber viele Wünsche. Mehr als 50.000 Sender und zigtausend Podcasts können mit dem kleinen Gerät empfangen werden. Die Klangqualität ist für ein Radio dieser Größe ganz erstaunlich.

Eine Besonderheit bei Choyong ist, dass man in Bezug auf die Internet-Datenbank sich nicht von fremden Providern abhängig macht, die immer wieder auch mal pleitegehen und vom Markt verschwinden. Der südchinesische Hersteller pflegt eine eigene Datenbank, die permanent automatisch aktualisiert wird. Zur Steigerung der Qualität hat die Firma Choyong in vielen Ländern der Erde Freiwillige, die helfen, die Sender regelmäßig zu testen und zu aktualisieren.

Der Kunde erhält seinen A8W gut verpackt, gepolstert und in einem ebenso praktischen wie hübschen Kästchen.



Der Karton enthält neben einem Ladekabel ein Adapter zum Anschluss eines Kopfhörers. Das Gerät verwendet ein und denselben Anschluss sowohl zum Laden als auch für den Kopfhörer. So kann in Stereo gehört werden - wenn die Sender diese Möglichkeit bieten.



Das Radio verfügt über ein Empfangsteil für UKW ebenso wie Internetradio. Mit einer TF-Karte können eigene Lieder abgespielt werden. Karten bis zu 32 GB können verwendet werden.

Der A8W kann auf drei verschiedenen Wegen mit dem Internet verbunden werden.

1. Am einfachsten ist die Verbindung mit WLAN: Einfach verfügbare Box auswählen, Key eingeben, fertig. Der Empfang ist in diesem Fall auf die Reichweite des jeweiligen WLAN beschränkt.

2. Auf der Unterseite des Geräts gibt es ein Einschubfach für die TF-Karte und auch einen Einschub für eine SIM-Karte. Dabei funktionieren sowohl reine Daten-SIM als auch jede herkömmliche SIM-Karte. Nach jedem Neustart des Geräts über die rote Taste auf der Oberseite wird dann die PIN der SIM abgefragt. Zudem aber kann das Gerät mit dem unteren rechten Drehknopf ausgeschaltet werden. In diesem Fall merkt sich das Gerät die PIN. Mit solch einer SIM-Karte ist man in der Lage, überall Internet-Radio zu hören.

3. eSIM: Choyong bietet seinen Kunden eine eSIM-Funktion an. Diese muss man bei Choyong freischalten lassen. Ein Testmonat kostet 99 Cent, danach, jederzeit kündbar, 15 $ pro Monat. Es gibt eine eSIM für Europa / Afrika / Asien und eine für Amerika.

Erste Schritte

Nach dem Auspacken des Geräts zeigt das Gerät u.U. kein Lebenszeichen. Das liegt aber praktisch immer daran, dass der Akku leer ist.

Darum:

- Schritt 1: Radio bzw. Akku mit dem beigefügten Lade-Kabel laden. Hierfür kann das Ladegerät des Smartphones (iPhone, Samsung usw.) verwendet werden. Auch über PC kann geladen werden. Auf keinen Fall das Ladegerät des iPads verwenden (siehe Gebrauchsanweisung). Die Ladezeit für die initiale Ladung beträgt ca. 3-4 Stunden.

- Schritt 2: Rote Taste oben rechts drei Sekunden lang drücken. Zuerst erscheint das Choyong-Logo, danach geht es los. Ist das Gerät noch nicht komplett geladen, wird das Batterie-Symbol angezeigt.

- Schritt 3: Mit dem Netz verbinden: Alle benötigten Funktionen werden mit der Einstellungen-Taste (gezacktes Rädchen) aufgerufen. Unter WIFI findet man die entsprechende Verbindung. Bei "Backlight" lässt sich zudem steuern, wie lange das Logo eines Senders im Display angezeigt werden soll. Ich persönlich mag "Always" am liebsten, weil dann nichts ausgeblendet wird.

Weil es das Anwenderhandbuch nur auf Englisch gibt, stelle ich hier eine
deutschsprachige Übersetzung zur Verfügung.


Der UKW-Empfang

Mit dem A8W ist auch UKW-Empfang möglich. Das Gerät verfügt über eine eingebaute, nicht sichtbare Teleskopantenne.

Nach kurzem Drücken der FM-Taste wird der UKW-Modus eingeschaltet. Mit den Pfeiltasten oder auch mit dem oberen Drehknopf kann die gewünschte Frequenz eingestellt werden. Drückt man die FM-Taste 2 Sekunden lang, führt das Radio einen Suchlauf durch. Der Frequenzbereich: 87.8 MHz bis 108 MHz. Mit den Pfeiltasten kann dann zwischen den gefundenen Sendern hin- und her geschaltet werden.

Über die ganz große Empfangsleistung verfügt das A8W allerdings nicht. UKW ist eigentlich nur als nette Ergänzung gedacht - eigentlich handelt es sich um ein Internet-Radio. Lediglich die starken Lokalsender können brauchbar empfangen werden. Praktisch ist die UKW-Funktion trotzdem - vor allem, wenn man mal kein Internet hat und trotzdem eine Sendung am Radio hören möchte.

I
nternet-Radio und Podcasts

Die eigentliche Stärke des A8W liegt im Empfang von Internet-Sendern. Die meisten Sender haben heutzutage einen Internet-Stream. Hierzu gehören auch ehemalige internationale Kurzwellen-Dienste wie z.B. Radio Prag, RSI Bratislava, Radio Rumänien International u.a. Nach Kontinenten und Ländern sortiert kann man die Sender suchen, anhören und, wenn gewünscht, als Favoriten speichern. Ist ein Stream, was selten vorkommt, nicht verfügbar, verfügt das Gerät über eine einfache Option, den Sender direkt hinzuzufügen.

Die Klangqualität ist, relativ zur Größe des Geräts, ganz ausgezeichnet - natürlich abhängig von der jeweils übertragenen Datenrate.

Besonders schön ist die Möglichkeit der akustischen Sendersuche - mit der eigenen Stimme. Man wählt hierfür zunächst mit dem Menü "Search" ("Suche") und drückt dann die rote Taste im Bedienfeld. Anschließend nennt man den Sender, z.B. "BBC" oder "Kontrafunk". Der A8W sucht dann alle relevanten Stationen. Aus der angebotenen Liste kann dann der gewünschte Sender ausgewählt werden - falls vorhanden und / oder gefunden. Man muss allerdings deutlich sprechen. Manchmal muss man die Suche wiederholen, weil es nicht immer gleich klappt - je nach Aussprache des Anwenders.

Mit der Menü-Taste können dann die Kontinente ausgewählt werden. Auch die Suche nach Podcasts erfolgt hierüber.

Im Display wird der Sendername, das Senderlogo (falls vorhanden), die aktuelle Uhrzeit, die Laufzeit des Sender und ggfs. das Herzchen (=Favorit) angezeigt. Mit den Pfeiltasten und auch mit dem oberen Drehknopf kann zum jeweils folgenden oder vorangegangen Sender weitergeschaltet werden. Drückt man "C" erscheint die Liste der Sender - je nach dem, in welchem Modus man sich befindet.

Ist man unschlüssig, welchen Sender man hören will, kann man über "News" und die "Notentaste" jeweils Sender vom Typ News oder Musik suchen.

Podcasts sind nach Themen sortiert - allerdings nur in englischer Sprache. Jedoch lassen sich, wie bei den Sendern, auch eigene Podcasts hinzufügen - am einfachsten über die Choyong-Online-Seite. Einfach Konto anlegen, wenn man noch keines hat:
https://user.choyongradio.com/web/user/login.

TF-Karte

Eine TF-Karte (Micro SD) wird zum einen dann benötigt, wenn es ein Firmware-Update gibt. Ohne TF-Karte kein Update. Ebenso wie die SIM-Karte befindet sich das Einschubfach für die TF-Karte auf der Geräte-Unterseite. Jeweils ist nach Hinzufügen einer der beiden Karten ein Neustart des Geräts erforderlich.



Maximal 32 GB sind nach offiziellen Angaben möglich (FAT32). Tatsächlich aber funktionieren auch größere Karten - mindestens bis 1 TB. So können viele eigene Lieder auf die Karte aufgenommen und mit dem A8W abgespielt werden. Dadurch wird der Hörer zu seinem eigenen Konzertmeister. Die Ordnerstruktur, die man auf der TF-Karte anlegt, wird auf dem Radio eins zu eins übernommen. Auf der Oberseite des Geräts gibt es eine Taste, mit der man Musik über die eigene Karte abspielen kann.



Fazit



Schade ist, dass man den Akku nicht selbst wechseln kann. Ansonsten ist der kleine A8W ein schönes, kleines Internetradio, das man überallhin mitnehmen kann, das wunderschön klingt, eine kaum zu überschauende Zahl von Sendern und Podcasts anbietet und mit dem man auch einfach seine eigene Musik auf TF-Karte genießen kann. Mit dieser kleinen Einschränkung würde ich trotzdem das Prädikat "empfehlenswert" vergeben.

Weitere Informationen findet man auf den Seiten von Choyong, wo man den A8W auch kaufen kann:
https://www.choyongradio.com/